Bitterstoffe und Frauengesundheit: „Bitter im Mund, dem Magen gesund …“
Bitterstoffe und Frauengesundheit:
„Bitter im Mund, dem Magen gesund …“
Aktualisiert am 6. Oktober 2026

Bitterstoffe haben ein schlechtes Image, dabei sind sie ein wertvoller Teil unserer Ernährung. Sie regen schon im Mund die Speichelbildung an, fördern die Bildung von Magensaft und den Gallenfluss und unterstützen so die Verdauung, besonders bei schweren oder fettreichen Mahlzeiten. Viele moderne Gemüse- und Obstsorten wurden dagegen so gezüchtet, dass kaum noch Bitteres übrig ist.
Gerade für Frauen lohnt sich ein Blick auf die Verdauung. Im Verlauf des Zyklus verändern Hormone die Darmtätigkeit: Nach dem Eisprung verlangsamt das Progesteron den Darm, was zu Völlegefühl, Blähungen und Verstopfung führen kann. Während der Periode können Prostaglandine eher Durchfall auslösen. Auch in den Wechseljahren klagen viele Frauen über Verdauungsbeschwerden. Bitterstoffe können die Verdauung in dieser Zeit unterstützend begleiten.
Bitteres steckt zum Beispiel in Rucola, Radicchio, Chicorée, Endivie, Artischocke, Grapefruit, Löwenzahn und grünem Tee. Auch Heilpflanzen wie Schafgarbe und Kamille enthalten Bitterstoffe und werden traditionell als Tee oder Tropfen verwendet. Oft genügt eine kleine Portion Bitteres vor dem Essen.
Nicht für jede Frau sind Bitterstoffe geeignet: Bei Magenübersäuerung, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren und Gallensteinen sollten sie nicht angewendet werden, in Schwangerschaft und Stillzeit bitte vorher ärztlichen Rat einholen.
Ingwer - Arzneipflanze des Jahres 2026
Arzneipflanze des Jahres 2026INGWER - Zingiber officinale
Veröffentlicht am 19. September 2026

Foto: Mk2010, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
In diesem Jahr wurde der Ingwer vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde gemeinsam mit der Gesellschaft für Phytotherapie zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Anlass ist unter anderem die Neubewertung durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur, die 2025 neue Anwendungsgebiete aufgenommen hat: vorübergehende Appetitlosigkeit, leichte Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome.
Der Ingwer wird bereits seit der Antike bei Beschwerden von Magen, Darm und Atemwegen angewendet. Seine Wirkung beruht vor allem auf ätherischen Ölen und den Schärfestoffen Gingerol, Shogaol und Zingeron. Anerkannt ist er zur Vorbeugung gegen Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit sowie zur Linderung leichter krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden mit Blähungen.
Auch für die Frauengesundheit ist der Ingwer eine spannende Pflanze. Mehrere kleinere Studien deuten darauf hin, dass Ingwerpulver, in den ersten Tagen der Periode eingenommen, Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) lindern kann. Eine Auswertung dieser Studien zeigte im Vergleich zu Placebo eine spürbare Schmerzreduktion, allerdings waren die Studien klein, sodass weitere Forschung nötig ist. Auch bei Übelkeit in der Schwangerschaft wird Ingwer viel genutzt; Untersuchungen zeigen hier eine Linderung der Beschwerden. Gerade in der Schwangerschaft sollte die Anwendung aber immer mit der Ärztin, der Hebamme oder der Therapeutin besprochen werden.
Heilpflanze des Jahres 2026 NACHTKERZE - Oenothera biennis
Heilpflanze des Jahres 2026NACHTKERZE - Oenothera biennis
Veröffentlicht am 19. September 2026

In diesem Jahr wurde vom NHV Theophrastus, dem Verein zur Förderung naturgemäßer Heilweisen in München, die Nachtkerze zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
Die Zweijährige Nachtkerze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wächst heute bei uns an Wegrändern, Bahndämmen und auf Brachflächen. Ihren Namen verdankt sie ihren leuchtend gelben Blüten, die sich erst am späten Nachmittag und Abend öffnen. Das Öl aus den Samen enthält wertvolle Gamma-Linolensäure und wird traditionell zur Hautpflege sowie in der Naturheilkunde bei Frauenthemen wie prämenstruellen Beschwerden und in den Wechseljahren eingesetzt.
