HORMONHAUSHALT BEHUTSAM REGULIERT

Bioidentische Hormone - was ist damit gemeint?

Bioidentische Hormone sind Wirkstoffe, die in Struktur und Funktion mit den körpereigenen Hormonen identisch sind – im Unterschied zu synthetischen Hormonen, die chemisch verändert sind. Gemeint sind hier vor allem Sexualhormone wie Estradiol, Progesteron und Testosteron. Ihr Einsatz sollte stets behutsam und mit Bedacht erfolgen. Die Speicheldiagnostik kann hier entsprechend Aufschluss geben.

Als Heilpraktikerin verordne ich bei Bedarf niedrig potenzierte Zubereitungen bis zur Potenz D4, zum Beispiel als Cremes oder in Form von Globuli. Höher dosierte, hormonwirksame Präparate liegen im Verantwortungsbereich der Schulmedizin und bedürfen einer ärztlichen Verordnung.

Eine regelmäßige Kontrolle des persönlichen Hormonstatus während der Behandlung wird angestrebt, um mögliche Überdosierungen und Nebenwirkungen von vornherein zu vermeiden. Von einer dauerhaften, unkontrollierten Einnahme von Hormonen ist abzuraten.

Der Speichelhormontest

Hormone liegen im Blut größtenteils gebunden an Transportproteine vor und stehen dem Körper in dieser Form nicht unmittelbar zur Verfügung – nur der freie, ungebundene Anteil (bei Sexualhormonen oft nur wenige Prozent) ist biologisch aktiv nutzbar. Da ausschließlich dieser freie Anteil in die Speicheldrüsen übertritt, misst der Speichelhormontest gezielt diese bioverfügbare Fraktion. Klassische Blut- oder Urintests erfassen dagegen meist den Gesamthormonspiegel aus gebundenem und freiem Hormon zusammen.

Folgende Hormone spielen hier eine herausragende Rolle

  • Cortisol – das Stresshormon, reguliert u. a. den Wach-Schlaf-Rhythmus und die Stressreaktion
  • DHEA – Vorstufe der Sexualhormone, wird überwiegend in der Nebennierenrinde gebildet
  • Estradiol (E2) – das wirksamste Östrogen, zentral für Zyklus und Fortpflanzungsfunktion
  • Estriol (E3) – schwächeres Östrogen, besonders in Schwangerschaft und Wechseljahren relevant, wirkt auf die Schleimhäute
  • Progesteron (P4) – das „Gelbkörperhormon“, bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor
  • Testosteron (T) – männlich geprägtes Sexualhormon, bei Frauen mitverantwortlich für Libido, Muskelkraft und Knochendichte

Die Sets zur Testung des Speichels, sind unterschiedlich kombiniert und decken besondere Fragestellungen und Anwendungsgebiete ab. Alle Hormonparameter lassen sich aber auch einzeln überprüfen, je nach Beschwerde und Ausprägung. Die Auswahl des Testmaterials folgt einem ausführlichen Anamnesegespräch, dem ein im Vorfeld auszufüllender Fragebogen zugrunde liegt.

Speichelhormontests werden eingesetzt bei

  • Beschwerden vor, während und nach den Wechseljahren
  • Zyklusunregelmäßigkeiten und Prämenstruelles Syndrom (PMS)
  • Kinderwunsch und Schwangerschaft
  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Problemen mit Haut und Haar
  • Schlafstörungen
  • Depressiven Verstimmungen
  • Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
  • Libidoverlust
  • Leistungsabfall und Müdigkeit
  • Burnoutsyndrom und Stress